Was ist Multi Smart Beta?

Smart Beta ist ein anderer Begriff für Faktorinvesting. Letztlich geht es darum, Aktien in Portfolios nicht auf Basis ihrer Marktkapitalisierung zu gewichten, sondern aufgrund ihrer fundamentalen und technischen Eigenschaften.

Über längere Perioden lässt sich empirisch eindrucksvoll beweisen, dass Faktorportfolios wie unsere Multi Smart Beta Fonds attraktivere Eigenschaften aufweisen als die Benchmark oder zufällig generierte Portfolios.

Rendite und Risiko von simulierten Aktienportfolios

In der nebenstehenden Infografik finden Sie die Rendite-Risikokombinationen von 500.000 simulierten Zufalls-Portfolios für den Zeitraum zwischen dem 31.12.2003 und dem 30.09.2015. Sämtliche Portfolios enthalten zum jeweiligen Zeitpunkt nur Aktien, die auch tatsächlich in dem Moment im Index enthalten waren. Zusätzlich haben wir sieben fundamentale und technische Faktorportfolios berechnet und deren Rendite-Risikokombination aufgezeigt. Faktorportfolios sind Aktienportfolios, die auf ein spezifisches, renditerelevantes „Thema“ ausgerichtet sind. Im Portfolio Bilanzqualität befinden sich beispielsweise 100 Aktien aus dem STOXX Europe 600 mit einer überdurchschnittlich hohen Bilanzqualität. Auffällig dabei ist, wie positiv die Faktorportfolios hinsichtlich ihrer Rendite von der Benchmark und zufällig konstruierten Portfolios abweichen.

Smart Beta ist ein Hybrid

Ist Smart Beta aktiv oder passiv?

Smart Beta ist ein Hybrid. Der Ansatz ist passiv, da Portfolios wie unsere Multi Smart Beta Fonds auf einer klaren Regelbindung beruhen und nachvollziehbar implementiert werden. Diskretionäre Entscheidungen werden nicht getroffen.

Der Ansatz ist aber auch aktiv, da durchaus eine aktive Rendite gegenüber klassischen Benchmarks angestrebt wird und auch die Portfoliostruktur nur wenig Ähnlichkeiten mit klassischen Benchmarks aufweist.

Welche Faktoren gibt es?

Es gibt nicht „die“ Smart-Beta-Faktoren. In der Wissenschaft und in der Praxis haben sich jedoch in den letzten Jahren sieben Faktoren herauskristallisiert, mit denen Portfolios gesteuert werden können.

Nachfolgend sind die ökonomischen Gründe sowie Überlegungen aus der Behavioural-Finance-Theorie aufgeführt, die erklären, warum mit diesen Faktoren Risikoprämien einhergehen.

Bewertung
  • Das Geschäftsmodell und damit das Kurspotential der Aktien wird unterschätzt
  • Eine Überreaktion auf neue Nachrichten führt zu einer temporären Fehlbepreisung
Profitabilität
  • Unternehmen mit hoher Profitabilität verfügen über stabile, wettbewerbsfähige Geschäftsmodelle mit einem gewissen Alleinstellungsmerkmal und einer geringen Wahrscheinlichkeit von Insolvenzen
Bilanzqualität
  • Unternehmen mit hoher Bilanzqualität weisen eine geringe Verschuldung auf und können die damit verbundenen Zinszahlungen leicht aus dem laufenden Cash-Flow zahlen
  • Diese Unternehmen gelten aber auch als „langweilig“ und werden daher temporär zu niedrig bewertet
Gewinnrevisionen
  • Unternehmen mit positiven Gewinnrevisionen zeichnen sich dadurch aus, dass sie hinsichtlich ihrer Gewinnentwicklung, die systematisch unterschätzt wird, positiv überraschen
Größe
  • Unternehmen mit einer geringen Größe verfügen typischerweise über profitable Nischenstrategien; diese Unternehmen sind „schlanker“ und lassen sich effizienter steuern
  • Kleine Unternehmen weisen zudem eher Fehlbepreisungen auf, da sie weniger stark analysiert werden
Volatilität
  • Unternehmen mit einer geringen Kursvolatilität zeichnen sich durch eine stabile und unauffällige Geschäftsentwicklung aus
  • Diese Aktien sind für Investoren und Manager unattraktiv und werden vernachlässigt, da sie aufgrund ihres defensiven Kursverhaltens kurzfristig keine positiven Kurssprünge versprechen
Momentum
  • Unternehmen mit positivem Kursmomentum profitieren vom Herdentrieb der Investoren
  • Dahinter steht die Annahme der Investoren, dass das positive historische Kursverhalten auf werthaltigen Informationen beruhen muss, die der Markt noch nicht vollständig eingepreist hat

Gibt es „bessere“ und „schlechtere“ Faktoren?

Die Antwort muss „nein“ lauten. In der Vergangenheit gab es kein klares Muster, nach dem einige Faktoren systematisch besser als andere Faktoren gelaufen sind, wie die folgende Tabelle mit Jahresperformancedaten verschiedener Faktorportfolios zeigt.

Sollte man Faktoren miteinander kombinieren?

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, nicht auf einzelne Faktoren zu setzen, sondern auf eine Kombination verschiedener Faktoren. Allerdings steckt der Teufel im Detail.

So ist es suboptimal, gleichzeitig in mehrere unterschiedliche Faktor-Portfolios zu investieren. Einzelne Faktorportfolios werden so konstruiert, dass sie die günstigsten Ausprägungen bezüglich eines Faktors beinhalten. Die anderen Faktoren treten aber dennoch - dann als unkontrollierte Risiken - im Portfolio auf. Kombiniert man nun mehrere Teilportfolios einzelner Faktoren kommt es zu Verwässerungseffekten der Faktoreigenschaften, da sie sich im Portfoliokontext gegenseitig kürzen. Der Grund dafür liegt in Zielkonflikten zwischen den Eigenschaften verschiedener Ziel-Portfolios. Beispielsweise weist ein günstig bewertetes Portfolio eine eher hohe Volatilität auf, während Portfolios mit niedriger Volatilität eher teuer sind.

Die Warburg Multi Smart Beta Fonds optimieren die Portfoliozusammensetzung deshalb dahingehend, dass alle wünschenswerten Eigenschaften im Portfolio möglichst hoch und vor allem gleichmäßig berücksichtigt werden.

Unser Video dokumentiert, wie sich die Zielkonflikte zwischen den einzelnen Faktoren im Zeitverlauf darstellen und zeigt auf, welche Lösung wir für diese Problematik anbieten.

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